Eigene Stärken befördern mit Digitalisierung

Die vhs Köln hat mit Kooperationspartnern ein Blended-Learning-Seminar zu freien Bildungsressourcen im Netz entwickelt,das auch die vhs-cloud in das Lerngeschehen integriert.

Sie kooperierte dazu mit dem Projektteam EULE* des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung und der OERinfo-Transferstelle. Das Seminar wurde vom Landesverband der Volkshochschulen in NRW als Aufbaumodul für die EPQ anerkannt. Die ersten Einschätzungen kurz vor Ende des Projektes durch Projektleiterin Irene Ofteringer fallen positiv aus.

Hintergrund der Aktuivitäten ist: Die Volkshochschule Köln stellt sich wie viele andere Volkshochschulen dem Anspruch der Digitalisierung in allen Programmbereichen und entwickelt dafür Angebote auch für ihre Lehrenden. Fortbildung für digitales Lehren ist besonders für die freiberuflichen vhs-Kursleiter*innen aufgrund ihres engen zeitlichen Budgets immer eine Herausforderung, müssen sie sich doch auf hohem Niveau ohnehin fachlich ständig qualifizieren. Das weiß Irene Ofteringer, Leiterin des Projekts an der VHS Köln, aus eigener Erfahrung. Die heutige Fachbereichsleiterin Globales Lernen, Dozent*innenfortbildung, Tanz an der Volkshochschule Köln hatte Englisch, Geschichte und Didaktik (Lehramt) studiert. Nach einigen Jahren als freiberufliche Kursleiterin für Englisch (auch) an der VHS Köln war sie dort 17 Jahre Fachbereichsleiterin für Englisch, bevor sie sich ihrer jetzigen Aufgabe anahm. Sie hat sich aus didaktischem und methodischem Interesse sehr früh für die Möglichkeiten des Einsatzes digitaler Elemente in den Kursen interessiert, selbst experimentiert und an der Entwicklung von Lernprogrammen inhaltlich mitgearbeitet.

Die eigenen Stärken an den Anfang stellen

Ihr Credo: „Digitale Fortbildung sollte an der besonderen Fachkompetenz von Kursleitungen ansetzen und nicht geheimnisvoll übergestülpt werden, weil es Trend ist.“

Für das Blended-Learning-Seminar mit dem Titel "Bildungsmaterialien aus dem Internet legal nutzen und teilen" zieht sie eine positive Bilanz: Das vergleichsweise große Interesse mit 22 Anmeldungen führt sie auf das hoch aktuelle Thema zurück und die gewählte Kombination von Präsenz- und Onlineelementen. Das Seminar, das in wenigen Tagen abgeschlossen sein wird, ist als Aufbaumodul im Rahmen der Erwachsenenpädagogischen Qualifikation (EPQ) für VHS-Dozent*innen anerkannt.

wb-web und vhs.cloud

Nach einem Kickoff-Seminar folgte eine dreiwöchige Onlinephase, der abschließende  Praxisworkshop findet in wenigen Tagen statt. Als Basis wurde wb-web, das Informations- und Vernetzungsportal des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung genutzt. Nach Einschätzung von Irene Ofteringer erfüllt es die OER-Prinzipien des offenen Teilens von Ressourcen und des Austausches von internetbasiertem Wissens in konsequenter Weise. Für den Austausch und das moderierte kollaborative Arbeiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war die Plattform der vhs.cloud das interaktive Instrument der Wahl.

Geschützte Kommunikation und Austausch von Ressourcen unter Kolleg*innen in einem rechtssicheren Raum zählt Ofteringer zu den besonderen Stärken der vhs.cloud gegenüber anderen digitalen Plattformen. „Das ist der richtige Ort, um von anderen Kursleiterinnen und Kursleitern zu hören, was bei ihnen funktioniert hat oder nicht und um sich zu vernetzen.“

Dieser Schutzraum bietet ihrer Ansicht nach auch gute Möglichkeiten, Lehrende zum Teilen von Ressourcen untereinander zu motivieren und damit einen Kulturwandel in Richtung OER auch in der Volkshochschulwelt in Gang zu setzen. Perspektivisch befürwortet sie, dass Volkshochschulen auch eigene Bildungsressourcen qualitätsgeprüft frei zugänglich zur Verfügung zu stellen. Um Parallelstrukturen von vornherein zu vermeiden, bietet sich ihrer Erfahrung nach die Plattform wb-web besonders gut an.

Die Stärken von wb-web und vhs.cloud miteinander zu verbinden, steht auch für die Projektteams beim DIE und DVV auf der Agenda. So werden die Inhalte von wb-web demnächst auch direkt aus der vhs.cloud heraus nutzbar sein. Das teilt Regina Eichen, Projektleiterin Erweiterte Lernwelten des Deutschen Volkshochschul-Verbandes, mit.

Um erfolgreich Digitalisierung in allen vhs-Programmbereichen umzusetzen, ist aber noch etwas Anderes ganz wichtig, ergänzt Ofteringer: der pflegliche Umgang mit den Dozentinnen und Dozenten, die das umsetzen. Digitales Engagement brauche zudem eine entsprechende Honorierung, allerdings fehlen derzeit noch Orientierungen. Unterstützung aus dem DVV könnte aus Sicht von Ofteringer bundesweit hilfreich sein.

Spannende Themen und neues Zeitformat

Sie selbst sieht sich in Köln in der Verantwortung, Fortbildung für die Lehrenden nach Maß weiter zu entwickeln, sowohl in den digitalen Themen als auch in den digitalen Formaten. „Wir haben so viel Fachkompetenz zu bieten, wir sollten sie im Onlinebereich klug weiter voranbringen“, sagt sie. Dafür sucht Ofteringer ständig spannende Themen, die auch bei erfahrenen Dozentinnen und Dozenten Interesse wecken und setzt auf ein neues Zeitformat in Verbindung mit Blended Learning, das mehr Kursleitenden die Chance gibt, Fortbildung in Anspruch zu nehmen.

Ofteringer bietet im Herbst die beiden EPQ-Themen „Einführung in die Methodik und Didaktik“ und „Kursplanung“ im Blended Learning-Format onlinegestützt an: mit einem Präsenzauftakt, einem Abschluss-Workshop zum Austausch und einer Onlinephase dazwischen zur Erarbeitung von Hintergründen und Bespielen. Digitales Lernen muss für Lehrende selbst erfahrbar werden, sagt sie nicht ohne Leidenschaft. Den nächsten Schritt plant sie dann im Frühjahr mit einem Fortbildungsangebot zum Digitalen Lernen auf der Basis eines Dossiers des wb-web.

Hintergrund: Das EULE Projekt ist ein vom BMBF gefördertes Forschungs- und Entwicklungsprojekt beim Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) mit einer Laufzeit von drei Jahren (April 2016 - März 2019). Es ergänzt wb-web.de um einen Lernbereich.

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Erschienen am 5. Juli 2018
Autorin: Ines Nowack, DVV

 
 
 
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