"Viele möchten sich technisch weiterbilden und sich nicht der digitalen Entwicklung verschließen."

Mit ihrem Bild "Digitale Inklusion" gewinnt Jacqueline Skvorc den ersten Preis im vhs.cloud-Fotowettbewerb. Im Interview mit vhs.digital erzählt sie, welche Rolle das Fotografieren und das Thema Digitalisierung in ihrem vhs-Alltag spielen.

© Jacqueline Skvorc, VHS Rhein-Sieg

vhs.digital: Herzlichen Glückwunsch, Ihr Foto „Digitale Inklusion“ wurde von der Jury beim Fotowettbewerb auf den ersten Platz gewählt. Warum symbolisiert gerade dieses Foto für Sie das Lernen der Zukunft in Volkshochschulen?

Jacqueline Skvorc: In diesem Bild kann man sehr gut sehen, wie das Lernen an der Volkshochschule sich verändert hat – vor einigen Jahren hätte es keine oder wenige Kurse zum Umgang mit iPad, Smartphone und Co. gegeben. Heutzutage sind solche Kurse bei uns an der VHS Rhein-Sieg sehr gefragt, vor allem bei der älteren Generation. Viele möchten sich technisch weiterbilden und sich nicht der digitalen Entwicklung verschließen.

Wie die beiden älteren Damen mit Lupe vor dem iPhone sitzen und den Anweisungen des Kursleitenden folgen, hat mich fasziniert. Es zeigt, dass Digitalisierung viele Dimensionen hat und daher die Annäherung auch unterschiedlich funktioniert.

vhs.digital: Beschäftigen Sie sich schon länger mit der Fotografie oder war das Finden und Gestalten eines guten Fotomotivs Neuland für Sie?

Skvorc: Ich fotografiere schon länger und sehr gerne, sowohl in meiner Freizeit als auch im Beruf. Von daher war das Finden und Gestalten eines guten Fotomotivs kein Neuland für mich – und dennoch hängt viel von der Situation ab und ob man es schafft, eine Momentaufnahme gut einzufangen. 

Als Digitale Assistentin liegt meine Hauptaufgabe darin, Content zu kreieren – für die Homepage, Social Media oder das neue Programmheft. Dafür gehe ich durch Kurse und fotografiere und interviewe Kursleitende und Teilnehmende.

Auch bei der Pflege unserer Facebookseite und des Instagram-Accounts habe ich mit Fotos zu tun. Mit der zusätzlichen Betreuung der vhs.cloud gestaltet sich mein Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich.

Jacqueline Skvorc, Digitale Assistentin an der VHS Rhein-Sieg © VHS Rhein-Sieg

vhs.digital: Welche Erfahrungen machen Sie dabei? Wie wird das Thema Digitalisierung von Kursteilnehmer*innen wahrgenommen?

Skvorc: An unserer Volkshochschule herrscht eine große Offenheit diesem Thema gegenüber und das spiegelt sich auch in den Kursen wieder. Kurse zu Themen wie Smartphone, iPads oder SmartHome-Systemen sind sehr beliebt. Aber auch in Sprachkursen zeigt sich die Digitalisierung: Im Unterricht werden Laptos, Beamer und Smartboards gerne verwendet und von den Teilnehmenden gut angenommen.

vhs.digital: Was glauben Sie, sind die größten Herausforderungen und die größten Chancen, die jetzt auf Volkshochschulen warten?

Skvorc: Die Digitalisierung hat bereits Einzug in die Pädagogik an Volkshochschulen gehalten und wird nun dauerhaft eine wichtige Stellung in der Volkshochschularbeit einnehmen, entsprechend der technischen Entwicklung in der Gesellschaft.

Eine der größten Herausforderungen für vhs bei der Angebotsplanung sind sicherlich oftmals nicht ausreichend zur Verfügung stehende Räume und deren technische Ausstattung.

Eine große Chance sehe ich aber zukünftig in der stetig wachsenden Partizipation älterer Menschen und Menschen mit Inklusionsbedarf – digitale Angebote sind für sie, beispielsweise in der vhs.cloud oder in Blended-Learning-Kursen, räumlich und zeitlich flexibler nutzbar und unterstützen den individuellen und selbstbestimmten Lernprozess.

vhs.digital: Abschließend ein ganz anderer Blick in die Zukunft, was ist Ihr Gewinn und wofür werden Sie diesen einsetzen?

Skvorc: Ich habe ein Foto-Smartphone-Kit gewonnen, darüber freue ich mich sehr! Das Set wird bei mir sowohl privat als auch auf der Arbeit sicherlich häufig zum Einsatz kommen – vielen Dank!


Erschienen am 17. April 2019
Autorin: Carlotta Schellschmidt, DVV