Netzwerken, Austauschen, neue Pläne schmieden

Die Stimmung ist angeregt, als am 17.01.2019 die ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Digicircle-Konferenz in der Abendakademie Mannheim eintrudeln.  Es werden Hände gedrückt, sich umarmt. Man kennt sich nicht nur aus Fachzusammenhängen, und so fühlt sich die Abschlusskonferenz manchmal wie ein Familientreffen an.  Eine ganz besondere Stimmung, die sich auf die inhaltliche Arbeit, die in den nächsten zwei Tagen im Vordergrund stehen soll, auswirken wird.

Rund 100 Personen aus den Digicircle-Volkshochschulen reisten zur Konferenz nach Mannheim an. © Thomas Umhey/ DVV

Digicircles haben als digitale Experimentierwerkstätten seit 2016 ganz unterschiedliche digitale Projekte gestemmt. Dazu haben sich Volkshochschulen aus allen Bundesländern zusammengetan und gemeinsam zahlreiche spannende Leuchtturmprojekte entwickelt. Seien es digital unterstützte Foto- oder Sprachkurse, Online-Schreibtrainings oder Onlineangebote zur Gesundheitsprävention. Die Digicircles haben gezeigt, dass digitale Transformation der vhs möglich ist.

Dr. Christoph Köck, Leiter des Hessischen Volkshochschulverbandes und vor allem Wegbereiter der Bewegung „Erweiterte Lernwelten“ (ELW) skizziert deren Entwicklung und stimmt die Teilnehmenden inhaltlich ein.

Das weitere Programm ist dicht: Dr. Jochen Robes, Herausgeber des weiterbildungsblog.de bringt die Teilnehmenden mit einer anregenden Keynote zum Thema „YouTube, WhatsApp, EduCamps, MOOCs und Co.: Wo und wie lernen wir morgen?“  auf den aktuellen Stand des Lernens im digitalen Raum. Zehn Beispiele für Trends hat er mitgebracht: von Lernteams in Stadtbibliotheken über Virtual Reality in Museen hin zum Roboter als Assistenz-Professor. Seine persönlichen Schlussfolgerungen dazu lauten:

  • „Das Lernen in der digitalisierten Gesellschaft betrifft uns immer selbst. – Ob beruflich, privat oder persönlich.
  • Die Trennung bzw. ein Gegensatz von analog und digital macht längst keinen Sinn mehr. Die interessantesten Lösungen entstehen in neuen Verbindungen, in fließenden Übergängen …
  • Digitalisierung bedeutet auch, Zeit und Räume für die Entschleunigung und Reflexion zu schaffen. Auch wenn die Rahmenbedingungen sich verändern, ist das Lernen letztendlich an Subjekte gebunden.“

In seinem anschließenden Vortrag leitet Dr. Lutz Goertz weitere Empfehlungen für das Handeln der vhs aus der Evaluation der Digicircles ab:

Volkshochschulen sollten für digitale Projekte

  • „ausreichend personelle und technische Ressourcen bereitstellen,
  • Fortbildungen für vhs-Mitarbeiter*innen initiieren,
  • digitale Strategien für die eigene vhs entwickeln,
  • erprobtes Material untereinander austauschen.“
Mehrere Workshop-Runden boten den Teilnehmer*innen Raum für Austausch und Wissenstransfer. © Thomas Umhey/ DVV

13 unterschiedliche Workshops, die an beiden Tagen in vier Slots angeboten werden, nutzen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum weiteren Austausch und Wissenstransfer. Die Themen sind vielfältig. „Veränderte Kommunikationsstrukturen, Raumkonzepte,  Qualität in digitalen Angeboten sichern, Motivation von Kursleitenden zu digitalen Angeboten verstärken, …“.

Dieser Austausch ist nur ein Anfang, denn die Themen sollen in der vhs.cloud-Gruppe „Wissenstransfer Digicircles“ weiter bearbeitet werden. In dieser Gruppe finden sich sowohl die Ergebnisse der Projekte als auch kompetente Ansprechpartner*innen für Nachfragen. Stefen Will, dessen Name mit der Gründung der Digicircles untrennbar verknüpft ist, appelliert an alle Anwesenden, das Wiki zu füttern. So entsteht eine gemeinsame Wissensbasis, die kontinuierlich fortgeschrieben werden kann.

Ziel der Digicircles war schließlich auch, gewonnene Erkenntnisse auf andere Fachbereiche und Kursangebote zu übertragen.

Zum Ende der Konferenz schlägt Svenja Knüttel, die Sprecherin des Bundesarbeitskreises ELW in die gleiche Kerbe: „Die vergangen zweieinhalb Jahre können nur ein Anfang gewesen sein – jetzt gilt es, die Projektergebnisse in die Breite zu tragen. Und als Volkshochschulen und Verbände gemeinsam die weiteren Herausforderungen der Organisations- und Personalentwicklung sowie der übergreifenden Entwicklung und Bereitstellung von Content anzugehen und zu gestalten. Dazu braucht es im gesamten vhs-System neue agilere und durchlässigere Formen des Austausches und der Zusammenarbeit.“ Sie entlässt die Teilnehmenden mit den Worten:  „Unser Potential ist riesig und mit der vhs.cloud haben wir dazu ja nun auch erstmals eine gemeinsame Basis. Gehen wir es an!“

Von den Erfahrungen der vhs Straubing aus dem Digicircle Ostbayern erzählt der Leiter der vhs Uli Holzapfel im Interview mit vhs.digital:


Erschienen am 26. Februar 2019
Autorin: Kathrin Quilling, DVV

 
 
 
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